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4 Treffer sortiert nach

  • Querschnitt und Grundriss zu einem Entwurf des Opernhauses am Schlossplatz in Stuttgart
  • Kostümentwurf für die Nymphe Cyane
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    [...] de Beschreibung 'Das Aquarell ist als "Cyannée" handschriftlich bezeichnet und zeigt eine junge Nymphe, die Ovid in seinen "Metamorphosen" als Freundin und Gespielin von Persephone schildert. Louis-René Boquet hält den Moment der Erzählung fest, als die Nymphe Cyane ihrer Freundin zu Hilfe eilt, um sie vor Pluto zu retten, der im Begriff ist diese gewaltsam in die Unterwelt zu entführen. Die Figurine ist im Profil nach rechts dargestellt. Winzige Füßchen schauen unter dem voluminösen Rock hervor, der Oberkörper mit der sehr schlanken Taille ist vorgebeugt. Beide Arme sind dramatisch in Richtung einer imaginären Figur außerhalb des rechten Bildrandes erhoben - wohl Persephone. Dabei erhebt sie den linken Zeigefinger durchaus warnend, während sie das krude Geschehen offenbar verfolgend in ihrer Rechten ein Tuch hochhält, das ihre Gespielin gerade noch verloren zu haben scheint. Boquet, der erfolgreiche Kostüm- und Bühnenbildner am Hof Ludwig XV., war auch für den berühmten Ballettreformer und Choreographen Jean Georges Noverre in Stuttgart und Wien tätig. Es haben sich Arbeiten von Boquet in Stockholm und Warschau erhalten, die er für Noverres Ballett "L''enlèvement de Proserpine" (Der Raub der Proserpina) anfertigte, das 1766 erst in Stuttgart und später in Wien aufgeführt wurde. Vermutlich ist auch das Münchner Blatt als Vorzeichnung oder Ideeskizze für eine solche Aufführung entstanden.' MM/sdp RR-F Beschriftung: "Cyannée" [...]
  • Kostümentwurf für das Gefolge des Bacchus in dem Ballett Orphée et Euridice
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    [...] de Beschreibung 'Weinlaubgirlanden, Leopardenfell, eine Kopfbedeckung mit hohem Federbusch und ein Tamburin sind das schmückende Beiwerk des Gewandes eines hier gezeigten jungen Tänzers. Die Darstellung wie auch die Beischrift verdeutlichen die Figur als ausgelassenen Gesellen aus dem Gefolge des Bacchus. Die Beischrift "Ballet d''Orphée - Pas de trois" verortet das in zarten gelb-grün-grauen Tönen gehaltene Aquarell für eine "Orpheus und Eurydike" Aufführung. Im vielfach verarbeiteten Orpheus-Stoff, kann der Titelheld den Verlust seiner Frau Eurydike kaum verwinden. Dank seines von tiefer Liebe getragenen Gesanges bewegt Orpheus die Unterwelt derart, dass er Eurydike zurückholen darf. Doch verliert er sie noch einmal, als er aus Mitleid das auferlegte göttliche Gebot sie nicht anzuschauen bricht und sich Eurydike beim Weg aus der Unterwelt zuwendet. Der am französischen Hof Ludwig XV. tätige Kostümbildner Louis-René Boquet entwarf nachweislich die Kostüme für Jean Georges Noverres Ballett "Orphée et Euridice", das dieser dreimal, mit jeweils unterschiedlichen Komponisten, in Lyon, Stuttgart und Wien choreographierte. Es ist anzunehmen, dass die Figurine des bacchantischen Tänzers mit dem Tamburin für diese Orpheus-Ballette von Boquet und seiner Werkstatt gefertigt wurde.' MM/sdp RR-F Beschriftung: "Suivant de Bacchus – Ballet d’Orphée – Pas de trois" [...]
  • Musikdrama Phasma Dionysiacum Pragense
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    [...] de Beschreibung Die älteste bisher bekannte musikdramatische Aufführung am Kaiserhof fand am 5. Februar 1617 in Prag statt, wo sich der österreichische Kaiser und König von Böhmen Matthias mit seiner Frau Anna aufhielt. Die dreitägigen Karnevalsfeierlichkeiten wurden mit dem Musikdrama Phasma Dionysiacum Pragense eröffnet. Nach den neuesten technischen Errungenschaften der italienischen Szenographen wurde eine Bühne in der Landstube im Prager Königsschloss aufgebaut, die mit Flug- und Schwebeeinrichtungen ausgestattet war. Die Idee und das Libretto für dieses Werk lieferte wohl Graf Giovanni Vincenzo d’Arco. Neben dem Einzelblatt mit einer Bühnendekoration, das im in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart befindlichen Libretto eingebunden ist, konnte die Forschung bisher drei weitere Versionen dieses Stichs identifizieren. Während auf allen Blättern drei aufklappbare Teile montiert sind, welche insgesamt vier verschiedene Bühnenansichten und -verwandlungsmomente mithilfe der Theatermaschinerie veranschaulichen, unterscheiden sich die Exemplare neben kleinen Details vor allem durch die Anordnung und Größe der die Mitwirkenden identifizierenden Buchstaben. Auch ist einem Exemplar eine „Kurtze Beschreibung der Mascaraden so in Anno 1617 der Röm. Keys. Majest. zu Prag [...]“ betitelte zusätzliche deutschsprachige Erklärung angehängt, während ein weiteres Blatt in englischem Privatbesitz zeigt, wie sich die Tänzer zu den Initialen der Namen des Kaiserpaars M und A formieren. Der Aufbau des Kupferstichs aus dem Deutschen Theatermuseum ist dem des Stuttgarter Librettos sehr ähnlich: Bei geschlossenen Klappen zeigt das hochformatige, hinsichtlich der Veranschaulichung einer ganzen Folge von Verwandlungsvorgängen außergewöhnliche Blatt die verschiedenen Handlungsbühnen. Die vordere Tanzbühne wird nach hinten von einem kleinen Podium begrenzt, das durch zwei einander gegenüberliegende, zum Saalniveau vermittelnde Treppenläufe unterbrochen wird. Darüber setzt der eigentliche Bühnenbereich an. Rahmende Kulissen, die teilweise von Wolken verhüllte Felsen zeigen, bilden den Proszeniumsrahmen. Anstelle eines Bühnenvorhangs ist hier eine bogenförmige Klappe montiert, die einen Wolkenhimmel zeigt. In dessen Mitte schwebt leichtfüßig auf einer Wolkenmaschine Merkur, der laut Libretto blitzartig zum Boden hinabfährt, um dem Kaiserpaar jene Helden der Antike anzukündigen, die dem Herrscherpaar ihre Reverenz erweisen wollen. Klappt man dieses große „Wolkenblatt“ zurück, so öffnet sich der Blick auf den Bühnenraum mit seitlichen Baum- und Felskulissen. In einer langen Reihe sitzen in diesen elysischen Gefilden rechts und links die berühmtesten Monarchen und Königinnen, an die sich je vier der berühmtesten Dichter und Schriftsteller der Antike anschließen. Laut Libretto begaben [...]