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  • Glaskelch mit Königsnamen
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    [...] de Beschreibung Der kleine Kelch in Gestalt einer Lotosblüte ist das berühmteste Glasgefäß aus dem alten Ägypten: Er trägt den Thronnamen von Thutmosis III. in einer Kartusche und gehört aufgrund dieser Namensaufschrift zu den ältesten sicher zu datierenden Glasgefäßen überhaupt. Die Technologie der Glasherstellung war erst kurz zuvor in Vorderasien entwickelt worden, vermutlich hatte der König sie von einem seiner Kriegszüge gegen das Mitanni-Reich mitgebracht. Der Kelch besteht aus hellblauem Glas mit ein- und aufgeschmolzenen dunkelblauen und gelben Glasfäden und –tropfen. Wie die Reste einer schwarzen Substanz im Inneren zeigen, wurde dieses kostbare Gefäß nicht als Trinkbecher, sondern zur Aufbewahrung eines kosmetischen Produkts, vermutlich Augenschminke, verwendet: Zu allen Zeiten wurden Salben, Öle und Schminke in Gefäßen aus kostbaren Materialien, oft in figürlicher Gestalt, aufbewahrt. Besondere Wertschätzung erfuhren dabei Importe aus dem Ausland, aus Syrien, Kreta oder Mykene, wie Gefäße aus diesen Ländern belegen, die in Ägypten gefunden wurden. Das neue Material Glas war am Königshof besonders begehrt, wie Schmuckstücke, Amulette und kleine Gefäße mit königlichen Namen zeigen. Dieser Lotuskelch ist 1834 von Ippolito Rosellini, der den Entzifferer der Hieroglyphen, J.-F. Champollion auf seiner Ägyptenexpedition begleitet hatte, in seinen „Monumenti“ abgebildet worden. Über den britischen Sammler Dodwell kam das Stück bereits 1830 nach Europa und wurde von Ludwig I. für München erworben. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Ring Ramses' II.
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    [...] de Beschreibung „Der Sonnengott Re ist es, der ihn geboren hat, geliebt von Amun“ lautet der Geburtsname von Ramses’ II. (gest. 1213 v. Chr.) auf der Platte des massiv goldenen Ringes – dem einzigen erhaltenen Siegelring dieses Königs. Der außergewöhnlich große Durchmesser des eigentlichen Ringes lässt darauf schließen, dass er über einem Handschuh getragen wurde, wie er, aus Leinen gefertigt, in einem Original im Grab des Tutanchamun gefunden wurde. Derartige Handschuhe trug der König, wenn er im Streitwagen die Zügel hielt oder den Bogen spannte. Sie sind also Teil der königlichen „Rüstung“, die Pharao zum Kampf anlegt, wozu auch der Siegelring als Träger königlicher Macht gehört. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Gefäß in Gestalt eines Steinbocks
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    [...] de Beschreibung Tiergestaltige Gefäße aus Ton sind stets kostbare Einzelstücke gewesen, bestimmt zur Aufnahme wertvoller Inhalte wie Salböl oder Parfüm. Wie häufig in Ägypten, soll die Form eines Gegenstandes auf seine Funktion oder die Wirksamkeit seines Inhaltes verweisen sowie diese magisch verstärken. Der Steinbock ruht auf seinen untergeschlagenen Beinen; die als Griff dienenden Hörner sind stilisiert verschmolzen und bis auf den Rücken herabgezogen. Zwischen die Ohren ist eine Ausgußöffnung mit flacher Lippe gesetzt, die Details des Kopfes sind plastisch modelliert. Trotz seiner praktischen Funktion stellt dieses Stück ein qualitätvolles und typisches Beispiel ägyptischer Tierplastik dar: Charakteristisch ist eine starke Abstraktion hin zum Wesen des Tieres bei gleichzeitiger genauer Beobachtung der Einzelformen. Tiere haben in Ägypten meist eine ambivalente Bedeutung, sie können negativ und positiv besetzt sein. So wird der Steinbock, ein Tier der feindlichen Wüste, einerseits als Götterfeind geschlachtet, ist andererseits aber auch das heilige Tier des Fruchtbarkeitsgottes Min. So lässt sich erklären, warum der Steinbock Kosmetikbehältern seine Gestalt lieh: Die Form des Gefäßes sollte die erotisierende Wirkung des Inhaltes verstärken. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Kelchgefäß
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    [...] de Beschreibung Der extrem dünnwandige, elegant geschwungene Kelch ist eines der schönsten Gefäße der Frühzeit (3100-2686 v. Chr.) und belegt den hohen Standard der Steinbearbeitung vor rund 5000 Jahren. Dieser Typ ist nur in wenigen Exemplaren überliefert und stellt die Übernahme einer charakteristischen Form von Metallgefäßen in das Material Stein dar. Dies läßt sich an der Wulst erkennen, die am Übergang des kleinen Standfußes zum eigentlichen Gefäßkörper aufgesetzt ist und eine Lötnaht imitiert. Derartige Imitationen anderer Materialien sind im Verlauf der ägyptischen Geschichte immer wieder zu beobachten, meist wurde ein wertvolles Material (Stein, Metall) in Ton nachgeahmt, durch eine entsprechende Bemalung oder Umsetzen von Details des einen Materials in das andere wie im vorliegenden Fall. Dabei handelt es sich meist um Grabbeigaben, man wollte Gegenstände, die man sich im Original nicht leisten konnte, dennoch für die Ewigkeit verfügbar haben – wenn nicht in der kostbaren Ausführung, dann doch zumindest in der entsprechenden Form. Hier steht jedoch eine andere Überlegung im Vordergrund, denn ein derart qualitätvolles Steingefäß war nicht weniger wertvoll als ein Metallgefäß. Entscheidend ist die Ausführung in Stein, einem Material für die Ewigkeit, wohingegen man bereits aus Erfahrung wußte, daß Metall der Gefahr einer Zerstörung durch Korrosion ausgesetzt war. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Lotoskelch
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    [...] de Beschreibung Die Lotoskelche bilden eine kleine Gruppe kostbarer Trinkgefäße, die am Königshof und in der Oberschicht zu besonderen Anlässen verwendet wurden. Sie sind eine Neuschöpfung der ersten Hälfte der 18. Dynastie (ab ca. 1450 v. Chr.) und nur in wenigen Exemplaren überliefert. Dieser Kelch hat die Form einer Blüte des Blauen Lotos mit spitz auslaufenden Blütenblättern. Über einem nahezu halbkugelförmigen unteren Ansatz steigt die Wandung des Gefäßes fast senkrecht nach oben, um in etwa zwei Drittel der Höhe noch einmal nach außen zu schwingen. Die Standfläche ist verhältnismäßig klein, der Gefäßfuß verjüngt sich leicht nach oben. Die Details der Kelch- und Blütenblätter sind in flachem Relief modelliert. In der für den Blauen Lotos charakteristischen Form laufen sie oben spitz zu. Dabei reichen sie nicht ganz bis zum Gefäßrand, der durch einen schmalen, horizontalen Wulst abgesetzt ist. Diese Abweichung vom Naturvorbild der Lotosblüte läßt sich auch bei anderen Exemplaren dieser Gefäßgattung beobachten und ist vielleicht ein Hinweis auf die Werkstatt. Wie keiner anderen Pflanze in Ägypten kommt dem Lotos eine umfassende symbolische Bedeutung zu. Die Lotosblüte, die sich unter den Strahlen der Morgensonne öffnet, um sich am Abend wieder zu schließen, ist ein Bild des Sonnengottes und ein Symbol für den Kreislauf des Lebens. An einer Lotosblüte oder den Duftstoffen im Lotoskelch zu riechen, bedeutet, göttlichen Hauch einzuatmen. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Gefäss mit Vogelfries
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    [...] de Beschreibung Ton- und Steingefäße sowie Schminkpaletten waren die ersten Träger figürlicher Darstellungen. Diese kleine Steinvase ist die älteste bislang bekannte Wiedergabe des gesamten Kosmos. Eine umlaufende Standlinie mit Flechtmuster teilt das Gefäß in zwei annähernd gleich hohe Bildfelder. Auf dieser Bodenlinie stehen in knappen Abständen neun verschiedene, nach rechts blickende Vögel: Diese Zahl steht für den absoluten Plural, die Vögel repräsentieren damit die Gesamtheit der Tierwelt. Darüber sind auf einander gegenüberliegenden Stellen zwei Rinderköpfe zu erkennen, die eine kuhgestaltige Himmelsgottheit symbolisieren. In der unteren Zone ist auf einer Seite ein Schiff, auf der anderen Seite ein dreifach gezacktes Element, das Schriftzeichen für „Wüste, Fremdland“ dargestellt. Mit dem Schriftzeichen für Wüste und Schiff sind die beiden Landschaftsformationen Ägyptens angesprochen, das Wüstengebirge und das Niltal. Gleichzeitig verweist das Schiff auch auf das Wirken des Menschen. Himmel und Erde, Wüste, Wasser und Fruchtland, Mensch und Tier, zusätzlich Gott und Mensch – die einfach klare und doch umfassende Darstellung der gesamten Welt ist auf diesem kleinen Gefäß wiedergegeben. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Statuette eines Mädchens
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    [...] de Beschreibung Die Statuette eines jungen Mädchens zählt zu den schönsten Beispielen einer ganzen Gruppe von Dienerinnen und Musikantinnen in der zweiten Hälfte der 18. Dynastie, die in der motivlichen Tradition der Dienerfiguren des Mittleren Reiches steht. Die stehende Figur hielt mit der rechten Hand ursprünglich einen Gegenstand vor dem Körper, zu dessen Befestigung ursprünglich das Zapfloch unterhalb des Bauchnabels diente. Wie aus Parallelen zu erschließen ist, kann es sich um ein separat gearbeitetes Musikinstrument, ein kleines Haustier (Katze/Hündchen) oder um eine Schale zur Aufbewahrung von Salbe gehandelt haben. Die Nacktheit des jungen Mädchens ist ein Hinweis auf ihren Status als Dienerin oder Musikantin, wie aus zahlreichen Wandmalereien in thebanischen Gräbern hervorgeht. Ihre vollen Lippen sowie die halblange Frisur kennzeichnen sie als Nubierin; Angehörige dieses südlich von Ägypten lebenden Volkes finden sich oft in der Dienerschaft vornehmer ägyptischer Haushalte. Die leichte X-Stellung der Beine sowie die in der Seitansicht deutlich werdenden üppigen Schenkel, die sich rasch zu den dünnen Beinen hin verjüngen, stehen noch ganz in der Tradition der Amarnakunst, was eine Datierung in die späte 18. Dynastie ermöglicht. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Schminkgefäß in Gestalt des Gottes Bes
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    [...] de Beschreibung Der Gott Bes, eine aus Schwarzafrika stammende zwergengestaltige Gottheit mit Löwenmähne und Tierohren, war eine überaus populäre Schutzgottheit. Er war zuständig für Zeugung und Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Er findet sich daher häufig in der Dekoration von Möbeln – Betten, Stühlen Kopfstützen – und Objekten aus weiblichem Besitz wie Spiegeln und Kosmetikgefäßen. Ein besonders schönes Beispiel bildet diese Statuette einer Bes-Figur. Sie ist ein Gefäß in doppelter Hinsicht: Zum einen hält Bes vor sich einen bauchigen, mit einer Girlande verzierten Weinkrug, der als Behältnis für Kohel, die schwarze Augenschminke, diente. Zum anderen ist sein Körper von oben her angebohrt und war zur Aufbewahrung länglicher Schminkstäbchen aus Holz bestimmt. Der zwergengestaltige Körper ist überaus stämmig und muskulös, was vor allem an den Armen deutlich wird. Die stilisierte Löwenmähne, die das Gesicht rahmt, geht am Hinterkopf in eine Löckchenperücke über, die in einem langen Zopf endet. Dazu trägt Bes einen kurzen, gemusterten Schurz, der Tierschwanz reicht bis zum Boden herab. Obwohl ein friedlicher Schutzgeist des Hauses, hat der Gott Bes auch einen kämpferischen Zug, der in dieser Statuette wiedergegeben wird: Er ist ein wildes Wesen, kraftstrotzend, das schon durch sein Äußeres die feindlichen Mächte abwehrt; Stirnfalten, Wangenwülste und herausgestreckte Zunge verbinden sich zu einer furchteinflößenden Fratze. Trotzdem ist er gebändigt und übernimmt eine dienende Rolle im häuslichen Bereich. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Kosmetikkästchen
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    [...] de Beschreibung Ursprünglich zur Aufnahme von Kosmetika bestimmt, ist dieses kleine Meisterwerk ein schönes Beispiel für die aufwändig gestalteten Gebrauchsgegenstände aus dem Besitz der Oberschicht. Die Außenseite des Kästchens sowie die Oberseite des Deckels tragen ein geschnitztes Dekor, wobei ein zentrales Bildfeld von mehreren Streifen stilisierter Blütenblätter eingerahmt wird. Die Darstellung auf dem Deckel zeigt ein Kalb in gestrecktem Lauf, das seinen Kopf umwendet, es wird von einem unter ihm dargestellten Löwen angefallen. Vor dem Löwen und über dem Rücken beider Tiere sind die freien Flächen mit pflanzlichen Motiven ausgefüllt. Das Kästchen zeigt eine vergleichbare Szene: Hier wird das Kälbchen von einem Panther angefallen, der seine Zähne in den Hals des Jungtieres schlägt. Von der anderen Seite packt ein Windhund nach einem Hinterlauf des Kalbes. Darstellungen des Überlebenskampfes von Tieren, vor allem im Umfeld der Wüste, sind seit dem Alten Reich ein gängiges ägyptisches Motiv. Für den gestreckten Galopp der Tiere, der sich auch in den Wand- und Fußbodenmalereien von Amarna häufig findet, wurde mykenischer Einfluß postuliert. Der Typ dieses Kästchens ist auf eine relativ kurze Zeitspanne von der späten 18. bis zur frühen 19.Dynastie beschränkt. Der halbzylindrische Behälter ist im Inneren in vier Fächer aufgeteilt; er ist durch einen längsrechteckigen, flachen Schiebedeckel zu verschließen, der mit einem heute verlorenen Stift fixiert werden konnte. In vergleichbaren Stücken fanden sich Überreste von Wachs und Öl. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]
  • Liegendes Nilpferd
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    [...] de Beschreibung Hier ist ein kleines liegendes Nilpferd aus Fayence zu sehen, dessen Dekoration zunächst überraschend wirken mag, aber dennoch eine überzeugende Kombination von Tier- und Pflanzendarstellung zeigt. Ägyptische Künstler fanden solche Darstellungsweisen für die Objektgruppe der Fayence-Nilpferde des Mittleren Reiches: Die Tiere, in ihrer Farbe von Hellblau über Türkis zu Grün changierend, haben in dunkler Farbe Pflanzen auf den Leib gemalt. Es sind die Blüten, Knospen und Blätter der Lotospflanze sowie Papyrusdolden, auch Tiere finden sich wie Vögel und Schmetterlinge. Damit ist den Nilpferden ihr Lebensraum des Papyrusdickichts am Ufer des Nils auf den Leib gemalt. Dieses Nilpferd liegt auf seiner linken Seite und hat die Gliedmaße nach rechts gestreckt, auch der große Kopf ist nach rechts blickend vor die Vorderläufe gelegt. Über die Wölbung des Leibes sind zwei sich überkreuzende, mit Lotosknospen geschmückte Bänder gelegt, größere Knospen finden sich auf den Flanken. Den Nacken bedeckt eine Lotosblüte, zwei langstielige Blätter sind außen neben den Augen platziert. Eine zweite Lotosblüte breitet sich über dem Hinterteil aus. Das Nilpferd ist als Symbol der Fruchtbarkeit die Erscheinungsform zahlreicher weiblicher Gottheiten wie Thoeris, Hathor oder Isis, die mit der Mutterschaft verbunden werden. Ihnen kann der Typ des schlafenden Tieres wie im Münchner Nilpferd zugeordnet werden. Daneben gibt es die aggressive Variante, in der das Nilpferd mit drohend aufgerissenem Maul gezeigt wird. Dem entspricht seine Bedeutung im religiösen Kontext als Verkörperung des Götterfeindes Seth, des Bösen schlechthin. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München (SMAEK) RR-F [...]