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Theaterarchitektur und Theatertechnik

Diese Sammlung ist ein Teil des graphischen Bestandes zu Theater, Bühne und Festkultur im Barock im Deutschen Theatermuseum.

Die graphische Sammlung des Deutschen Theatermuseums dokumentiert gleichermaßen bedeutende, Vision gebliebene theaterbauliche Konzepte wie epochemachende, tatsächlich realisierte europäische Theaterbauten und liefert so anschaulichen Zugang zu entwicklungsgeschichtlichen Phasen des Theaterbaus. Nach der Wiederentdeckung des antiken Theaters in der Renaissance beginnt das Theater in seinen Bauten der Barockzeit seine zunehmende Institutionalisierung widerzuspiegeln. Aus intimen, temporären und provisorischen Theaterräumen entwickeln sich größere, freistehende, repräsentativ angelegte und technisch raffiniertere Architekturen, die für die spätere theaterbauliche Entwicklung vielfach Vorbildstellung einnehmen.

Das Rang- und Logentheater war geboren. Die achsensymmetrische Ausrichtung und spezifische Gestaltung des Zuschauerraumes etwa mit einer zentralen Fürstenloge gibt Auskunft über die Art, hierarchische Zusammensetzung und Verhaltensweise des Publikums. Neben der Bühne selbst erhielt das Publikum im aufwendig gestalteten Zuschauerraum einen öffentlichen Raum und Rahmen zur Selbstrepräsentation und Begegnung. Hier konnte nicht nur der Landesherr, sondern auch der Hofstaat hierarchisch übersichtlich angeordnet sehen und gesehen werden.

Perspektivische Möglichkeiten waren dabei nicht nur für die Gestaltung der Bühnendekoration von Interesse. Eine ideale Sicht auf das absolutistisch zentralperspektivisch angelegte Bühnenbild, das sich aus gemalten Kulissen und Soffitten zusammensetzte, war eindeutig Privilegierten vorbehalten, für die sich das Schauspiel - auch dank der technisch raffinierter werdenden Bühnentechnik - in seiner vollen illusionistischen Wirkung entfaltete.

Neben Bühnendekorateuren und –architekten entwickelten als Bühneningenieure begabte Bühnenkünstler Flug- und Hebemaschinen und Versenkungsmechanismen. Diese beruhten auf ausgeklügelten und ineinanderwirkenden, verborgenen Seilzuganlagen in der Ober- und Unterbühne des Bühnenhauses und erzeugten auf der offenen Bühne zum Zuschauerraum hin erstaunliche Illusionswirkungen.

Die anderen Teilsammlungen des graphischen Bestands zu Theater, Bühne und Festkultur im Barock