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Rollen- und Zivilporträts

Diese Sammlung ist ein Teil des graphischen Bestandes zu Theater, Bühne und Festkultur im Barock im Deutschen Theatermuseum.

Die Absicht eines Porträts ist es, neben der Darstellung körperlicher Ähnlichkeit auch das Wesen bzw. das Typische der porträtierten Person zum Ausdruck zu bringen. Die Sammlung der graphischen Porträts des Deutschen Theatermuseums vereint Bildnisse von Angehörigen aller dem Theater verbundenen Berufsgruppen: Schauspieler, Sänger, Tänzer, Komponisten, Autoren, Choreographen, Musiker, Theatermaler, Bühnenbildner, Kostümbildner, Theaterarchitekten u. v. m. Versammelt sind Porträts, die diese spezielle Personengruppe im Vollzug ihrer beruflichen Tätigkeit im theatralen Kontext, also kostümiert oder zivil, bei der Probe, auf einer Bühne oder aber als Privatperson zeigen.

Mit dem Bildausschnitt legt der Porträtierende den Blickwinkel auf die Persönlichkeit fest. Das Bildnis ist so frontal oder im Profil ganzfigurig, als Kniestück, als Hüftbild, Schulterstück oder reines Kopfbild angelegt und gibt den Dargestellten nicht selten in einer eventuell einer Theaterrolle zuschreibbaren Pose, die Körperhaltung und Mimik einbezieht. Neben Pose und Körperhaltung spielen hinsichtlich des Ausdrucks insbesondere die in der Darstellung gezeigte Kleidung und attributiven Accessoires eine entscheidende Rolle. Sie sprechen von der Tätigkeit und gesellschaftlichen Stellung des Porträtierten oder der von ihm verkörperten Rolle.

Das Bühnenkostüm der Barockzeit baut auf der zeitgenössischen Gewandung und Mode gemeiner volks- und hofangehöriger Gesellschaftsmitglieder auf, die sich natürlich auch lokal stark unterscheiden kann. Gegenüber einfach gestalteten Kleidungsstücken wie bäuerliches Hemd, Hose und Hut, kennzeichnet sich höfische Tracht grundsätzlich durch einen artifiziellen Charakter: extravagant frisierte Perücke, z. T. ausladende Form des Gewandes, Verzierungen von übermäßiger Pracht und Kleinteiligkeit, die sich in Material (kostbare Stoffe) und Machart (z. B. Plissierungen) widerspiegeln. Das jeweilige Bühnenkostüm setzt nun die Kleidung der dargestellten Figur gewissermaßen typisiert und markant übertrieben ins Bild und wird mit signifikanten Attributen (einer Blumengirlande, einem Speer o. Ä.) versehen, die die betreffende Figur ein genauer typisieren.

Die anderen Teilsammlungen des graphischen Bestands zu Theater, Bühne und Festkultur im Barock