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Die „Luther-Veste“. Martin Luther und die Reformation auf der Veste Coburg und in ihren Kunstsammlungen

Diese Sammlung ist ein Bestand der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

Von April bis Oktober 1530 hielt sich Martin Luther (1483-1546) auf der Veste Coburg auf. Er hatte die Delegation seines Landesherren Kurfürst Johann von Sachsen (1468-1532) auf dem Weg nach Augsburg begleitet, wo Kaiser Karl V. (1500-1558) das reformatorische Glaubensbekenntnis, die Confessio Augustana, vorgetragen werden sollte. Weil Luther aber mit Reichsacht und Kirchenbann belegt war, konnte er das kursächsische Territorium, zu dem Coburg damals gehörte, nicht verlassen und musste im Schutz der mächtigen Veste zurückbleiben.

Von Coburg aus beeinflusste er die Verhandlungen unter der Leitung Philipp Melanchthons (1497-1560). Ebenfalls in Coburg übersetzte er Teile des Psalter und verfasste programmatische Schriften, darunter „ Eine Predigt, dass man Kinder zur Schulen halten solle“ und den „Sendbrief vom Dolmetschen“. Er empfing Mitstreiter der reformatorischen Sache, und der Kurprinz Johann Friedrich (1503-1554) überbrachte ihm als Geschenk einen Siegelring mit der Lutherrose.

„Dr. Luthers Stuben“, wie seine Wohnräume auf der Veste in den Inventaren seit dem 17. Jahrhundert genannt wurden, zogen schon bald Besucher an, auch wenn der Zugang zur Veste wegen ihrer fortdauernden militärischen Nutzung erschwert war. Wie an keinem anderen Ort lässt sich an der Gestalt der schrittweise erweiterten Fortifikationen der Veste die Geschichte konfessioneller Konflikte von den Hussitenstürmen über die Zeit des Schmalkaldischen Bundes bis hin zum Dreißigjährigen Krieg ablesen.

Die Bedeutung der ernestinischen Kurfürsten für die Durchsetzung der Reformation wurde von den Herzögen Sachsen-Coburgs stets hochgehalten und besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert zur Legitimierung der Herrschaft ihrer Dynastie hervorgehoben. Auf diese Weise entwickelte sich die Veste mit ihrer Lutherstube, einem „Reformatorenzimmer“, der Luther-Bibliothek Prinz Alberts von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), den Planungen für ein Lutherdenkmal und der Errichtung der „Lutherkapelle“ über dem Grundriss der ehemaligen Schlosskirche zu einem bedeutenden Memorialort.

Darüber hinaus wurden in den Kunst- und Altertümersammlungen der Coburger Herzöge auf der Veste auch umfangreiche Bestände zusammengetragen, die mit Luther, dem Reformationsgeschehen und den Nachwirkungen bis in das frühe 20. Jahrhundert in Verbindung stehen.

Die Teilsammlungen zu "Die ‚Luther-Veste‘. Martin Luther und die Reformation auf der Veste Coburg"