Bronzemedaille auf die Kunst- und Industrieausstellung in München 1869

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Aufschrift "LUDWIG II - KOENIG V. BAYERN"; Kopf nach rechts, darunter Signatur. Außen Schriftkreis.

Rückseite: Aufschrift "ZUR ERINNERUNG AN DIE INTERNATIONALE KUNST UND INDUSTRIE AUSSTELLUNG. MÜNCHEN 1869 Auf Säulen: KUNST - INDUSTRIE"; Weibliche Gestalt thront zwischen zwei Säulen, darauf Schrift, davor und daneben Embleme von Kunst und Industrie. Außen Schriftkreis.

König Ludwig II., der 1864 seinem früh verstorbenen Vater nachfolgte, war wohl die schillerndste Persönlichkeit auf dem bayerischen Königsthron. Für diese Einschätzung ist jedoch nicht sein eher zurückhaltendes Regierungshandeln verantwortlich, sondern seine großen und äußerst kostspieligen Bauprojekte. Zu diesen Bauprojekten zählen u.a. die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof, die den Staatshaushalt Bayerns auf das Äußerste strapazieren sollten. Auch die Förderung der Kunst Richard Wagners ließ sich der König viel Geld kosten. Zum Mythos wurde er jedoch erst durch seinen frühen Tod im Starnberger See, nur wenige Tage nach dem er durch die Regierung entmündigt worden war. Die größte politische Bedeutung sollte sein formaler Beitrag zur Gründung des Deutschen Reichs 1871 sein, da er es war, der in einem Brief König Wilhelm von Preußen die Kaiserkrone antrug. Diese Medaille wurde zur Internationalen Kunst- und Industrieausstellung von 1869 in München vom Hofmedailleur Sebald gefertigt. Die Art der Darstellung steht explizit in der Tradition der Ausstellungsmedaillen König Maximilians II., die nun bei Ludwig II. ihre Fortsetzung fand. Solche Kunst- und Industrieausstellungen erfreuten sich international großer Beliebtheit. So werden die größten und bedeutendsten Ausstellungen inzwischen zu den Weltausstellungen gezählt, die sich auch im 19. Jahrhundert entwickelten.