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Staatliche Bibliothek (Schlossbibliothek) Ansbach
Reitbahn 5
91522 Ansbach

Telefon: +49 (0)981/95385-0
Telefax: +49 (0)981/95385-27
E-Mail: info@schlossbibliothek-ansbach.de

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Staatliche Bibliothek Ansbach (Schlossbibliothek)

Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (1703 – 1723) rief die erste öffentliche Bibliothek in der Residenzstadt Ansbach ins Leben. Durch Dekret vom 21. Dezember 1720 erklärte er die bisherige fürstliche Hausbibliothek zur öffentlichen Landesbibliothek.

Den Grundstock dieser Hausbibliothek, die der markgräflichen Familie und dem Hofstaat zur Belehrung und Unterhaltung diente, hatte bereits Markgraf Georg Friedrich der Ältere (1543 – 1603) gelegt. Theologische Werke, lateinische Klassiker und Chroniken zeugten von seinen Spezialinteressen.

Sein Nachfolger, Markgraf Joachim Ernst aus der jüngeren Linie des Hauses Brandenburg-Ansbach (1603 –1625) bevorzugte neben der Theologie historische und geographische Bücher sowie Werke der Kriegs- und Festungsbaukunst, ebenso sein Sohn und Nachfolger Albrecht II. (1634 – 1667). Ein breites Spektrum aller Wissensgebiete zeigt sich erst in der Bibliothek des Markgrafen Johann Friedrich (1667 – 1686). Seine universelle Büchersammlung umfasste rund 188 Werke in deutschen, französischen und italienischen Ausgaben.

Große Bereicherung auf dem Gebiet der schönen Literatur erfuhr die Bibliothek ab 1730 durch den umfangreichen und kostbaren Bücherschatz der früh verstorbenen Markgräfin Christiane Charlotte (reg. 1723 – 1729). 1733 wurde außerdem die Konsistorialbibliothek der Schlossbibliothek einverleibt. Dank einer klugen Erwerbungspolitik, vieler Ankäufe und zahlreicher Schenkungen seitens der letzten beiden Fürsten zählte die Schlossbibliothek am Ende der Markgrafenzeit (1791) über 20.000 Bände. Auch zahlreiche private Büchersammlungen wurden der Schlossbibliothek ganz oder teilweise überlassen.

Das "edle Kleinod und die "Zierde Ansbachs" erlitt allerdings infolge der Abdankung des letzten Markgrafen Karl Alexander (1757 – 1791) und dem Übergang der zollerischen Fürstentümer an Preußen 1791 gewaltige Einbußen. Mit der von der preußischen Regierung befohlenen Abführung des größeren und wertvolleren Teils der Schlossbibliothek 1805 und 1806 an die Universitätsbibliothek Erlangen begann der Niedergang: 12.400 Bände, darunter 151 Prachthandschriften des 9. bis 15. Jahrhundert, 471 Wiegendrucke, 47 Bände mit Landkarten und 85 Kunstwerke mit 20 Bänden Handzeichnungen, Holzschnitten und Kupferstichen erster Meister (darunter das berühmte Selbstbildnis Albrecht Dürers von 1492) wurden nach Erlangen abtransportiert. Zurück blieb ein Restbestand von ca. 7000 Bänden, der in den ersten Jahrzehnten unter bayerischer Regierung (ab 1806) mangels Mitteln kaum vermehrt werden konnte.

Die ihrer größten Schätze beraubte Schlossbibliothek erfuhr erst ab 1824 durch die sogenannten Literalien des Rezatkreises (Gesetzbücher, Kommentare, Amtsblätter) wieder Zuwachs und wurde zur Geschäftsbibliothek der Regierung von Mittelfranken. Beträchtliche Vermehrung wuchs ihr ab 1865 durch die an fränkischem Heimatschrifttum und historischen Quellenwerken reiche Bibliothek des 1830 gegründeten Historischen Vereins für Mittelfranken zu.

Mitte des 20. Jahrhunderts der Generaldirektion der bayerischen Staatlichen Bibliotheken unterstellt, erfolgte im Mai 1988 der Einzug der Ansbacher Einrichtung in das ehemalige Markgrafentheater der fürstlichen Residenz. Im 18. Jahrhundert hatte es als Reithalle und noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Kino gedient.

Die Staatliche Bibliothek Ansbach als moderne wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek versteht sich heute als Regionalbibliothek mit Literatur des gehobenen Bedarfs. Sie bedient dabei vor allem die Geisteswissenschaften und sammelt mit schwerpunktmäßig Literatur aus und über die Region Mittelfranken. Sie steht mit ihrem Angebot zwischen den Universitätsbibliotheken mit hochspezialisierter Literatur und den Stadt- und Gemeindebüchereien und ist nach wie vor der Generaldirektion der bayerischen Staatlichen Bibliotheken unterstellt und damit dem Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst in München zugeordnet.

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