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Institut für Volkskunde
der Kommission für bayerische Landesgeschichte
bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Barer Straße 13
80333 München

Telefon: +49 (0)89/515561-3
Fax: +49 (0)89/515561-41
E-Mail: post@volkskunde.badw.de

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Institut für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Am Institut für Volkskunde wird zur Alltagskultur der breiten Bevölkerung in historischer und gegenwartsbezogener Perspektive mit regionalem Schwerpunkt auf Bayern geforscht. Es geht – wie auch der heutige Bayerische Landesverein für Heimatpflege – auf den 1902 in München gegründeten "Verein für Volkskunst und Volkskunde" zurück und ist seit 1962 der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angegliedert. In Bayern ist es die einzige außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Volkskunde.

Die Sammlungsbestände des Instituts umfassen Materialien zur historischen Volkskultur in Bayern. Ein breites Themenspektrum zum Alltagsleben decken landesweite Umfragen des frühen 20. Jahrhunderts ab, wie die "Rundfrage des Vereins für Volkskunst und Volkskunde 1908" und der "Atlas der deutschen Volkskunde" aus den 1920/30er Jahren. Sachthematisch übergreifend sind umfangreiche Foto- und Diabestände sowie eine Bildquellenkartei. Die "Kartei zur historischen Volkskultur" besteht aus Auszügen aus Rats- und Gerichtsprotokollen zum Alltagsleben der frühen Neuzeit in Altbayern und Franken. Zudem finden sich fachspezifische Sammlungen wie das "Archiv für Hausforschung", das Planzeichnungen (Bauaufnahmen), Fotografien und ergänzende Dokumente zum ländlichen Bauen in Bayern seit der frühen Neuzeit enthält. Zum "Volksmusikarchiv" gehören Lied- und Notenhandschriften sowie Drucke seit dem späten 18. Jahrhundert, dazu Tonträger und andere Dokumente zur populären Musikkultur. Dem Umfang nach kleinere Dokumentationen existieren zu Votivtafeln und Wallfahrtswesen. In Nachlässen von Forschern sind unter anderem Unterlagen zu Themen wie Wanderarbeiter, Gesindemärkte, Gemeindebacköfen, Muttertag, Faschingshochzeiten oder Trachtenerneuerung aufbewahrt.

Zu den Forschungsprojekten gehört die Edition der "Stubenberger Handschriften" (im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek), der umfangreichsten Kompilation von Liedern und anderen Texten aus Altbayern aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Veröffentlichung (seit 2012) ist grundlegend für weiterführende Studien zur interdisziplinären Alltagskulturforschung, besonders zur volkskundlichen Lied- und Frömmigkeitsforschung. Andere Untersuchungen befassen sich mit der ländlichen Konsumkultur des 19. Jahrhunderts am Beispiel Oberammergaus sowie mit der Transformation von Brauchkulturen.

Das Institut für Volkskunde unterhält eine öffentlich zugängliche, differenziert erschlossene Fachbibliothek. Neben exemplarischen Studien und Quellen veröffentlicht das Institut seit 1950 das "Bayerische Jahrbuch für Volkskunde", das ein Publikationsforum für Beiträge sowohl der historisch- als auch der gegenwartsorientierten Alltagskulturforschung sowie für Methoden- und Theoriediskussionen ist. Das Jahrbuch enthält zudem den umfangreichsten Rezensionsteil aller deutschsprachigen Fachorgane und hat daher eine zentrale diskursive Bedeutung für die Volkskunde/Europäische Ethnologie.

Inhalte des Instituts für Volkskunde in bavarikon